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Artaud 1.mp4

SPURT OF BLOOD / BLUTSPUREN

Stop-Motion Film and Experimental Performance | Blutspuren – Ein Opferfest, presented at the Imago Dei Easter Festival in Krems, 2019.

Barbara Sotelsek produced a stop-motion short film based on Antonin Artaud’s play Spurt of Blood (Le jet de sang). Alongside the film, she constructed an text-based physical performance inspired by Artaud’s journey to the Tarahumara people in Mexico and his writings on the Theatre of Cruelty. Drawing on Artaud’s idea of theatre as a direct, visceral experience rather than a conventional representation, Sotelsek placed the audience at the emotional centre of the performance. Instead of remaining passive spectators, the audience became the principal emotional protagonists of the work.

The performance explored the relationship between ritual, vulnerability and collective experience, challenging the

conventional separation between performer and spectator.

The stop-motion film and live performance formed two interconnected artistic responses to Artaud’s work, merging experimental cinema, literature and embodied theatrical practice.

Performance: Text and Concept by Barbara Sotelsek

Artistic References: Antonin Artaud, The Theatre and Its Double; Spurt of Blood; writings on the Tarahumara

Festival: Imago Dei – Easter Festival

Venue: Klangraum Krems Minoritenkirche, Austria

Date: 14 April 2019

ORF

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BLUTSPUREN - EIN OPFERFEST (UA)

Interdisziplinäre Performance inspiriert vom Werk A. Artauds

4 Künstler setzen sich in einem multimedialen Fest mit dem Vermächtnis des französischen

Schauspielers, Theaterphilosophen und Autoren Antonin Artaud (1896-1948) auseinander.

PAUL RENNER (Aktionskunst)

BARBARA SOTELSEK (Performance)

FRIEDERIKE FELDMANN (Bildende Kunst)

ALEXANDER MOOSBRUGGER (Komposition) und das NAMES Ensemble

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Ein Aktionskünstler (Paul Renner), eine Bildende Künstlerin (Friederike Feldmann), eine Filmemachende Schauspielerin (Barbara Sotelsek) und ein Zeitgenössischer Komponist

(Alexander Moosburger) vereinen und verweben in dieser Uraufführung ihre Kräfte und laden ein zu einem multi-medialen und interdisziplinären Opferfest konzipiert für das diesjährige

Osterfestival in der Minoritenkirche.

Ganz im Sinne des Hauptwerks von Antonin Artaud dem „Theater der Grausamkeit“ - in dem der expressionistische Theatermacher 1931 seine Sehnsucht nach einer Erneuerung des konventionellen Theaters einem Wutschrei gleich formulierte - werden sich an diesem Abend Traum und Wirklichkeit vermischen. Keine Angst - Die „Grausamkeit“ eines solchen Theaters besteht nicht in der Aufführung eines blutrünstigen Spektakels, sondern im Zwang einer intellektuellen-metaphysischen Konfrontation des Betrachters mit seinen eigenen Obsessionen, Verhaltensmustern und Gewohnheiten. Sie werden bei dieser Erfahrung aber nicht

alleingelassen, sondern an die Hand genommen und dürfen mit allen Sinnen erfahren. Paul Renner mit Unterstützung des Starkochs, Bernhard Böhler, inszeniert und kocht für die

Anwesenden eines seiner legendären interventionistischen Menüs - diesmal ein fulminantes Opfermahl. Barbara Sotelsek entführt zu einer video-visuellen Performance inspiriert von Artauds Reise zu dem Stamm der Tarahumara-Ureinwohner in Mexiko und seinem Theater Fragment „Jet de Sang“. Alexander Moosbrugger komponiert ein Werk für sieben Musiker das „Klopfstück“ und zeigt die Kehrseite Artaud’scher Texte auf, deren nacktes Alphabet. Die Musik wird spurenhaft anknüpfen an archaische-rituelle Opferhandlungen und aufgeführt vom Salzburger NAMES-Ensemble. Durchschnitten wird der Abend und der Raum durch Friederike

Feldmanns Installation. Ein Opfer-Vorhang der Rahmen, kulturelle Verordnung und Störfeld im religiösen Minenfeld bietet.

Artauds Theater der Grausamkeit ist sowohl eine Philosophie als auch eine Disziplin. Artaud wollte die Beziehung zwischen Publikum und Darsteller stören. Die "Grausamkeit" in Artauds

These war sinnlich, sie besteht in der Fähigkeit des Werkes, das Publikum mit seinen eigenen Obsessionen zu konfrontieren, über Worte hinauszugehen und sich mit den Emotionen zu verbinden: die Nerven und das Herz zu wecken.

"Was aus meiner Milz oder aus meiner Leber kam, hatte die Form eines Buchstaben aus einem uralten, geheimnisvollen Alphabet, das von einem riesigen, aber grauenhaft zusammengepressten, stolzen, unlesbaren Mund gekaut wurde, der seine Unsichtbarkeit eifrig hütete, und diese Zeichen wurden kreuz und quer durch den Raum gefegt, während mir war, als stiege ich in ihm auf, aber nicht ganz von selbst. Mithilfe einer ungewöhnlichen Kraft. Doch viel freier, als wenn ich auf der Erde allein war.“

A. Artaud (1934)

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Gebet

Ah, gib uns Schädel, die glühen,

Schädel, die Himmelsblitze entzünden,

Seher-Schädel, die Wahres künden,

die deine Gegenwart fühlen.

Erweck uns aus inneren Himmeln,

durchlöchert von Abgrundschauern,

ein Taumel durchquere die Mauern

mit eines Nagels Glimmen.

Sättige uns, wir sind hungrig

nach interstellaren Beben.

Anstatt daß wir dem Blute leben,

wärme astrale Lava die Venen.

Mach uns los. Trenn uns auf

mit deinen Händen brennender Wut.

Öffne uns diese Gewölbe aus Glut,

wo wir tot sind toter als der Tod.

Laß unsre Hirne wallen

auf eigenen Wissens Grunde.

Ritze der Einsicht die Wunde

mit neuen Typhons Krallen.

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Theatrical performance photography depicting a barefoot performer in black and red clothing holding a wooden branch against a purple backdrop with abstract handwritten markings. The mood is intense and artistic.
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